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Erfahrung
Stiefkind SW-Wartung
Erfahrung:29791
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Beschreibung der Erfahrung
Sowohl in der Praxis als auch im Bereich der Forschung des SW-Engineering wird die SW-Wartung als Stiefkind behandelt. In der industriellen Praxis ist oft eine Diskrepanz im Hinblick auf die Wartung zu beobachten. Einerseits wird Wartung als schwierig und teuer erkannt. Andererseits werden neue Projekte gestartet, ohne Aspekte der Wartung gründlich genug in die Planung mit einzubeziehen. Wartungspersonal ist oft nicht ausreichend auf die Aufgaben vorbereitet und nicht angemessen ausgewählt. Entscheidungen über einzusetzende SW-Komponenten von Drittherstellern, Annahmen über die Stabilität von Anforderungen an das System werden oft nicht gründlich untersucht und nicht angemessen bewertet.

Dieses Phänomen ist nicht auf die Industrie beschränkt. Auch auf Seiten der aktuellen Forschung im SW-Engineering wird mehr Energie auf Möglichkeiten zur Neuentwicklung von Systemen verwendet als auf Themen der Wartung. Oft wird zwar als Begründung für die Einführung neuer Technologien die verbesserte Wartbarkeit der damit neu erstellten Systeme angeführt, interessanterweise wird aber der langfristige Erfolg diesbezüglich nur wenig untersucht.

Ein Blick auf die aktuellen Lehrpläne der Hochschulen zeigt, dass auch in der Lehre das Thema noch nicht den Platz einnimmt, der ihm nach der gezeigten wirtschaftlichen Relevanz zustehen würde. Vorlesungen und Praktika zum Thema Wartung und Weiterentwicklung sind rar, aber es gibt erste Schritte in diese Richtung. Eine Suche im Internet nach den Begriffen "Vorlesung Software Wartung" führt nur zu einer kleinen Anzahl an direkten Treffern im deutschsprachigen Raum. Im englischsprachigen Raum sieht es mit "Lecture Software Maintenance" nicht besser aus.

Bedeutung der Wartung
Diese drei Beobachtungen sind umso verblüffender, als umfangreiche Studien, wie z.B. von Boehm (siehe Software Engineering Economics) bereits zu Anfang der 80er Jahre ergeben haben, dass ca. 80% der Aufwände der SW-Entwicklung in die Wartung gehen, während nur rund 20% der Neuentwicklung zuzurechnen sind. Auch wenn stellenweise die Abgrenzung schwierig sein mag, und die Frage nicht immer eindeutig zu klären ist, ob eine Erweiterung als Neuentwicklung oder als Weiterentwicklung und daher als Wartung zu betrachten ist, steht fest, dass der Anteil hoch ist, und im Laufe der Zeit mit einer zunehmenden Anzahl installierter SW-Systeme, und mit einer zunehmenden Verbindung zwischen existierenden SW-Systemen eher steigt als sinkt.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist neben der Höhe der Wartungsausgaben auch die fehlende Flexibilität ein Problem. Während es für neue Projekte leichter möglich ist, Start- und Endetermin oder den Umfang der implementierten Funktionalität entsprechend des zur Verfügung stehenden Budgets zu variieren, stellt die Wartung oft einen fixen Kostenblock dar, in dem wenig Gestaltungspotenzial zu sehen ist.

Es ist also sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus technischer Sicht als auch aus Sicht der Forschung notwendig, Wartungsprobleme besser zu verstehen, um Aufgaben der Wartung effizienter und effektiver durchführen zu können. Hierzu sind sowohl existierende Methoden und Techniken im Hinblick auf Wartung zu verfeinern, als auch gezielt neue Methoden und Techniken zu entwickeln. Im Folgenden wird der "State-of-the-Art" der SW-Wartung beschrieben.
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